Umgangs­pflegschaften

Wir helfen auch bei Kommunikationsschwierigkeiten und Störungen zwischen den Eltern.

Aufgabenbereich

Der Umgangspfleger soll die Durchführung des Umgangs ermöglichen. Er soll helfen, bei Kommunikationsschwierigkeiten und Störungen zwischen den Eltern zu vermitteln und auf eine Lösung hinwirken.

Der Umgangspfleger kann mit den Eltern ein vereinbartes Regelwerk erstellen, das Verbindlichkeitscharakter hat.

Kommt es zu keiner Einigung hat der Umgangspfleger das Recht, die Pflichten des Umgangsrechts selbst zu konkretisieren und im gerichtlichen Verfahren gegen den widerstrebenden Elternteil durchzusetzen.

Arbeitsweise/Methodik

Eine zügige Bearbeitung der beauftragten Fälle ist uns wichtig. Nach Eingang der Bestellung erfolgt unmittelbar eine Kontaktaufnahme zu den betroffenen Familien. Die Umgangskontakte werden nach richterlicher Vorgabe, bzw. nach Absprache mit den Parteien anberaumt. Bei relevanten Veränderungen erfolgen kurze Sachstandsmitteilungen an das Gericht, bei Beendigung des Auftrags bzw. auf Anfrage erfolgt ein ausführlicher Verlaufsbericht.
Darüber hinaus erfolgen je nach Auftrag bzw. Rahmenbedingungen:

  • Kontakte mit den Kindern und Eltern im häuslichen Umfeld und in unseren Praxisräumen
  • Gespräche mit den Kindern im altersgerechten Setting
  • Klärung der äußeren Rahmenbedingungen
  • Klärung des vorliegenden Sachverhalts
  • Klärung der Motivationen der Beteiligten
  • Treffen von Vereinbarungen und Absprachen
  • Regelung und/oder Begleitung der Übergaben
  • Umgangsbegleitung
  • Kontaktaufnahme zu Dritten
Qualitätsstandards

Die Qualität unserer Arbeit wird durch einen hohen professionellen Anspruch gewährleistet. Die Bereitschaft zur Fort- und Weiterbildung in Bezug auf aktuelle Standards und die kindgerechte Aufarbeitung der Prozesse sind für uns selbstverständlich. Darüber hinaus bestehen in unserem Team vielfältige Möglichkeiten zur kollegialen Beratung.

Rechtliche Grundlagen
§ 1684 BGB Umgang des Kindes mit den Eltern

(1) Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil; jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt.

(2) Die Eltern haben alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert. Entsprechendes gilt, wenn sich das Kind in der Obhut einer anderen Person befindet.

(3) Das Familiengericht kann über den Umfang des Umgangsrechts entscheiden und seine Ausübung, auch gegenüber Dritten, näher regeln. Es kann die Beteiligten durch Anordnungen zur Erfüllung der in Absatz 2 geregelten Pflicht anhalten. Wird die Pflicht nach Absatz 2 dauer-haft oder wiederholt erheblich verletzt, kann das Familiengericht auch eine Pflegschaft für die Durchführung des Umgangs anordnen (Umgangspflegschaft). Die Umgangspflegschaft umfasst das Recht, die Herausgabe des Kindes zur Durchführung des Umgangs zu verlangen und für die Dauer des Umgangs dessen Aufenthalt zu bestimmen. Die Anordnung ist zu befristen. Für den Ersatz von Aufwendungen und die Vergütung des Umgangspflegers gilt § 277 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit entsprechend.

(4) Das Familiengericht kann das Umgangsrecht oder den Vollzug früherer Entscheidungen über das Umgangsrecht einschränken oder ausschließen, soweit dies zum Wohl des Kindes erforderlich ist. Eine Entscheidung, die das Umgangsrecht oder seinen Vollzug für längere Zeit oder auf Dauer einschränkt oder ausschließt, kann nur ergehen, wenn andernfalls das Wohl des Kindes gefährdet wäre. Das Familiengericht kann insbesondere anordnen, dass der Umgang nur stattfinden darf, wenn ein mitwirkungsbereiter Dritter anwesend ist. Dritter kann auch ein Träger der Jugendhilfe oder ein Verein sein; dieser bestimmt dann jeweils, welche Einzelperson die Aufgabe wahrnimmt.