Gutachter­gemeinschaft

Mit unseren Gutachten verstehen wir uns im Rahmen der Sachverständigentätigkeit als Zuarbeiter des Gerichts.
Dabei sind die fachlichen Expertisen immer als Entscheidungshilfen zu verstehen.

Aufgabenbereich

Der Aufgabenbereich umfasst die Erstellung von Gutachten in den Bereichen Umgangsrecht, Sorgerecht und Kindeswohlgefährdung.

Arbeitsweise/Methodik

Mit Hilfe spezifischer Untersuchungsinstrumentarien werden standardmäßig Informationen erhoben:

  • zu Bindungen und Beziehungen des Kindes
  • zur Betreuungskontinuität
  • über die Fähigkeit der Eltern zur Förderung der kindlichen Entwicklung
  • zur Umgebungskontinuität
  • zum Entwicklungsstand des Kindes
  • zum Willen des Kindes
  • zu den Fähigkeiten der Eltern zur Verwirklichung des Kindeswohls und zur Anpassungsbereitschaft bzw. -fähigkeit der Eltern
  • an die geänderte familiäre Situation
  • zu den spezifischen Fragestellungen der Verfahren

Auf Grundlage dieser Informationen erfolgt die Erstellung der Expertisen. Die Beantwortung der Fragestellungen sowie das Aussprechen einer Empfehlung erfolgen auf der Basis bewährter und anerkannter psychologischer und pädagogischer Erfahrungswerte.

Bearbeitungsdauer

Gesetzlich ist das Beschleunigungsgebot im FamFG im §155 (Vorrang- und Beschleunigungsgebot) sowie im §163 (Fristsetzung bei schriftlicher Begutachtung) niedergelegt.

Da langwierige familiengerichtliche Verfahren eine große Belastung für die beteiligten Familien bedeuten, ist unser Anspruch eine zeitnahe Bearbeitung von Vorgängen.

So haben wir uns zum Ziel gesetzt, Gutachten innerhalb eines Zeitraumes von etwa acht Wochen zu erstellen. Voraussetzung dafür ist die Kooperationsbereitschaft und -möglichkeit der beteiligten Familienmitglieder.

Diagnoseverfahren

Die Begutachtung erfolgt unter Einbeziehung verschiedener diagnostischer Methoden. Neben einer

  • gründlichen Sozialanamnese durch Hausbesuche
  • Familien und Einzelgespräche
  • Interaktionsbeobachtungen und
  • Fachgespräche mit involvierten Bezugspersonen

erfolgt die Erhebung objektivierbarer Daten durch die Anwendung standardisierter Testverfahren.

Qualitätsstandards

Die Qualität der Gutachten wird durch einen hohen professionellen Anspruch gewährleistet. Die Bereitschaft zur Fort- und Weiterbildung, in Bezug auf aktuelle Standards der Gutachtenerstellung, rechtliche Grundlagen und wissenschaftliche Erkenntnisse, ist für uns selbstverständlich.

Durch das Zusammenwirken verschiedener Fachdisziplinen sind wir in der Lage, multiprofessionell unter Einbezug der jeweils aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu arbeiten.

Rechtliche Grundlagen

In einem familiengerichtlichen Verfahren kann in strittigen Fragen ein Gutachten als Beweismittel eingeholt werden. Es gelten die Vorschriften gemäß der Zivilprozessordnung.

§ 403 ZPO Beweisantritt

Der Beweis wird durch die Bezeichnung der zu begutachtenden Punkte angetreten.

§ 404 ZPO Sachverständigenauswahl

(1) Die Auswahl der zuzuziehenden Sachverständigen und die Bestimmung ihrer Anzahl erfolgt durch das Prozessgericht. Es kann sich auf die Ernennung eines einzigen Sachverständigen beschränken. An Stelle der zuerst ernannten Sachverständigen kann es andere ernennen.

(2) Sind für gewisse Arten von Gutachten Sachverständige öffentlich bestellt, so sollen andere Personen nur dann gewählt werden, wenn besondere Umstände es erfordern.

(3) Das Gericht kann die Parteien auffordern, Personen zu bezeichnen, die geeignet sind, als Sachverständige vernommen zu werden.

(4) Einigen sich die Parteien über bestimmte Personen als Sachverständige, so hat das Gericht dieser Einigung Folge zu geben; das Gericht kann jedoch die Wahl der Parteien auf eine bestimmte Anzahl beschränken.

§ 404a ZPO Leitung der Tätigkeit des Sachverständigen

(1) Das Gericht hat die Tätigkeit des Sachverständigen zu leiten und kann ihm für Art und Umfang seiner Tätigkeit Weisungen erteilen.

(2) Soweit es die Besonderheit des Falles erfordert, soll das Gericht den Sachverständigen vor Abfassung der Beweisfrage hören, ihn in seine Aufgabe einweisen und ihm auf Verlangen den Auftrag erläutern.

(3) Bei streitigem Sachverhalt bestimmt das Gericht, welche Tatsachen der Sachverständige der Begutachtung zugrunde legen soll.

(4) Soweit es erforderlich ist, bestimmt das Gericht, in welchem Umfang der Sachverständige zur Aufklärung der Beweisfrage befugt ist, inwieweit er mit den Parteien in Verbindung treten darf und wann er ihnen die Teilnahme an seinen Ermittlungen zu gestatten hat.

(5) Weisungen an den Sachverständigen sind den Parteien mitzuteilen. Findet ein besonderer Termin zur Einweisung des Sachverständigen statt, so ist den Parteien die Teilnahme zu gestatten.